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Montag, 28. Januar 2013

Die Anwendungsentwicklung von morgen - Fünf wichtige Trends


- Midrange Magazin Ausgabe 01/2013/ Verfasser: Dr. John Bates - 


Neue Technologien wie das Cloud-Computing oder die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräte verändern die Programmierung von Geschäftsanwendungen nachhaltig. Die Anbieter von Entwicklungs- und Deployment-Plattformen müssen ihre Lösungen neu designen.


Die Geschäftswelt entwickelt sich rasend schnell: Die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden wandeln sich, der technologische Fortschritt beschleunigt sich. Diesem Wandel müssen die Business-Applikationen der Unternehmen und damit auch die Entwicklungsplattformen Rechnung tragen.

Fünf Schlüsseltrends lassen sich dafür identifizieren.

1. Cloud-Computing

Im Zentrum der technologischen Entwicklung steht derzeit zweifellos die Cloud. Daten des Marktanalysten Saugatuck belegen, dass bei neu entwickelten Anwendungen der On-Premise- Markt nur noch 50 Prozent ausmacht. Hybride Applikationen, die Cloud und On-Premise kombinieren, liegen bei 40, reine Cloud-Anwendungen bei 10 %. Hochgerechnet auf das Jahr 2020 bedeutet dieses Wachstum: Satte 60 % der Anwendungen laufen dann ausschließlich in der Cloud, 30 % werden hybride Anwendungen sein, reine On Premise- Applikationen kommen lediglich noch auf 10 %.
In dieser zunehmend cloudbasierten Welt müssen Entwicklungsplattformen die Zusammenarbeit per Fernzugriff ermöglichen – ohne dass die Entwickler dafür ständig mit der Cloud verbunden sind. Die Verbindung kann dann beispielsweise unterbrochen werden, weil ein Entwickler im Flugzeug oder zuhause arbeitet. Wird die Verbindung wieder hergestellt, muss das Application Lifecycle Management in der Lage sein, die komplexen Programmversionen und Codekonflikte aller beteiligten Entwickler zu managen. Zu den größten Vorteilen der Cloud gehören außerdem ihre Elastizität und Mehrmandantenfähigkeit. Diese Eigenschaften sollten künftig von Grund auf auch in den Entwicklungsplattformen verankert sein. Eine App hat dann automatisch die Möglichkeit, nahtlos zu skalieren, wenn die Zahl der Nutzer oder die zu verarbeitende Datenmenge ansteigt. Ein weiterer Aspekt der Cloud: Entwickler sind es mittlerweile gewohnt, sich in einer Welt aus zahlreichen Programmiersprachen zu bewegen – sei es ABL, Java, .NET oder SQL, um nur einige zu nennen. In Zukunft werden Anwendungen aus einzelnen „Scherben“ bestehen: Komponenten und Dienste, die in unterschiedlichen Sprachen geschrieben sind, aber in ein- und derselben Cloud zusammen funktionieren. Die Plattformen müssen deshalb künftig eine mehrsprachige Entwicklungsumgebung bereitstellen.



2. Mobility


Der Marktforscher IDC geht davon aus, dass 2012 die Ausgaben für mobile Endgeräte viermal so schnell wachsen wie diejenigen für PCs. Ähnlich verhält es sich mit den Anwendungen: Kostenpflichtige Apps werden in diesem Jahr mehr Erlöse erzielen als der komplette Mainframe-Markt einschließlich Hard und
Software. Entwicklungsprojekte müssen deshalb in Zukunft einen „Mobile First“-Ansatz verfolgen. Die Apps sollten auf den unterschiedlichsten Typen mobiler Endgeräte laufen – von Android über iOS bis hin zum Windows Phone. Für die Entwicklungsplattformen bedeutet das: Sie müssen Anwendungen
ermöglichen, deren Geschäftslogik „backend“ in der Cloud liegt, und deren Frontend in der Lage ist, problemlos von einem Endgerät zum anderen zu springen. In der mobilen Welt sind außerdem stark personalisierte Inhalte zu unterstützen. Diese können von den unterschiedlichsten Faktoren abhängen, beispielsweise dem benutzten Endgerät oder dem Aufenthaltsort des Nutzers. Vorstellbar ist etwa ein Szenario, bei dem der Produktionsleiter eines Fertigungsunternehmens mit einem iPad ausgestattet ist. Geht er zu einer Maschine, zeigt ihm das mobile Endgerät automatisch Statistiken zu genau dieser Maschine an.

Lesen Sie hierzu folgendes Whitepaper: Enterprise Mobility - Vision und Weg zum mobilen Unternehmen

3. Big Data


Wiederum IDC erwartet, dass das Volumen digitaler Daten Ende 2012 bei fast sechs Zettabyte liegen wird. In unserer zunehmenden Echtzeitwelt strömen
die Daten nur so auf uns zu. Die Zeitspanne für Unternehmen, diese Daten zu analysieren und entsprechend zu handeln, verkürzt sich dabei immer mehr. Für die Entwicklungsplattformen der nächsten Generation ergeben sich daraus mehrere Anforderungen: Sie müssen Verbindungen zu den zahlreichen Datenquellen unterstützen, und zwar sowohl On-Premise als auch in der Cloud.
Die Quellen können Datenbanken sein, aber auch Anwendungen, Datenfeeds oder Sensoren. Daneben sollten die Plattformen umfangreiche Analysemöglichkeiten für Big Data erlauben: von visuellen Auswertungen bis hin zu Echtzeitanalysen. Unternehmen können Gefahren und Chancen damit in dem Moment erkennen, in dem sie entstehen – seien es Risikostrukturen oder Möglichkeiten zum Kunden-Upsell. Außerdem eine wichtige Fähigkeit angesichts der immer komplexer werdenden Analyse-Anwendungen: Für Geschäftsentscheidungen einfach beschreiben zu können, was zu tun ist, ohne, dass dafür Entscheidungsregeln hart codiert werden müssen.

4. Social Media


Ein weiterer Schlüsselfaktor sind die sozialen Medien. IDC geht davon aus, dass 80 % aller in 2012 neu entwickelten mobilen Anwendungen in sozialen Netzwerken integriert sind. Dieser Trend hat für Entwickler und Unternehmen eine große Bedeutung – sowohl in Sachen Funktionalität als auch in puncto Analyse. Denn die sozialen Medien sind mittlerweile ein mächtiges Business- Tool, das für viele Geschäftsanwendungen erschlossen werden muss. Für die Entwicklungsplattform der Zukunft heißt das: Sie muss sowohl in der Lage sein, die Social-Media-Nutzer einzubinden als auch Analysemöglichkeiten für Daten aus den sozialen Medien bieten, so dass diese nicht jedes Mal neu aufgebaut werden müssen.


5. Ökosystem


Der fünfte und letzte Aspekt ist das Ökosystem: Ein Aspekt, der mindestens genauso wichtig ist wie die Technologie, wenn nicht sogar wichtiger. Ein robustes und komplettes Ökosystem gestaltet die Zusammenarbeit und das Teilen von Wissen unkompliziert – eine Schlüsselfähigkeit für zunehmend mobiler werdende Entwickler. Außerdem kann ein direkter und hochintegrierter Zugang zum Marketplace sichergestellt und dafür gesorgt werden, dass die Entwickler das Optimum aus vorhandenen Assets herausholen können, ganz egal, in welcher Programmiersprache sie geschrieben sind. Die Entwicklungsplattform der nächsten Generation sollte deshalb ein Ökosystem um jeden Stakeholder bieten, das es ermöglicht, sich mit Partnern zusammenzuschließen und neue Kunden zu finden.


Aspekte bedingen und beeinflussen sich gegenseitig


Berücksichtigt man alle angeführten Schlüsseltrends, muss das Ziel heißen: Entwicklung und Deployment von Geschäftsanwendungen On-Premise, in jeder Cloud, auf jeder Plattform und auf jedem mobilen Endgerät. Die Entwicklungsplattform der Zukunft,

  • ist mehrmandantenfähig, mehrsprachig und erlaubt Remote-Entwicklung; 
  • verfügt über eine skalierbare Laufzeitumgebung, eine integrierte Datenbank sowie integrierte BPM-Funktionalitäten;
  • bietet Funktionalitäten für mobile Frontends mit orts- und kontextbezogener Personalisierung; 
  • weist Big-Data-Verbindungsfähigkeit sowohl on-Premise als auch in der Cloud auf und verfügt über Funktionalitäten für visualisierte Datenanalysen sowie Echtzeitanalysen und Entscheidungsmanagement;
  • bietet Konnektivität zu Sozialen Medien und Social-Media-Stimmungsanalysen;
  • liefert ein Ökosystem, das die Zusammenarbeit fördert und dabei hilft, Geschäftsideen schneller umzusetzen. 


Natürlich existieren diese Aspekte nicht unabhängig nebeneinander, sondern bedingen und beeinflussen sich gegenseitig. So bilden sie den Stoff, aus dem die Entwicklungsplattform von morgen gemacht ist.

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