Der Magic Software Germany Blog

Freitag, 11. November 2011

Halten Patente und Klagen den mobilen Markt auf?

von David Akka




Es scheint, dass wir ständig mit Informationen über Patentkriege innerhalb der mobilen Welt bombardiert werden. Vor kurzem hat Apple das Entsperren des Smartphones oder Tablets durch eine Touchscreen Geste patentiert und Amazon hat bekanntgegeben, dass nun 11 Unternehmen seit Beginn des Jahres Patentklagen gegen sie eingereicht haben. Motorola, Nokia, HTC, Apple, Google, Research in Motion und Samsung sind alle an Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit ihren mobilen Angeboten beteiligt. Die Liste  der Organisationen, die sich gegenseitig verklagen wird immer länger
Die BBC hat vor kurzem ein großartiges, anklickbares Bild veröffentlich, das den Umfang der ganzen Rechtsstreitigkeiten zeigt. Wenn man sich das Bild ansieht, so sieht man mit welchen Firmen sich Apple im Krieg befindet. Klickt man jedoch auf eine beliebige der anderen Firmen so sieht man, dass diese sich ebenfalls mit den anderen in Krieg befindet. Jeder irgendwie mit jedem. Ein Teufelskreis!



Die streitsüchtige Natur des mobilen Marktes könnte Ihren Anfang 2007 gehabt haben, als Steve Jobs bei der Markteinführung des iPhones die Katze aus dem Sack ließ und sagte: "Wir haben den Stand der Technik in alle Facetten des Designs eingebunden ... Dafür haben wir in den letzten Jahren wie die Verrückten an Innovationen gearbeitet und so sind mit dem iPhone 200 Patente verbunden. Und diese werden wir beschützen." Auf den ersten Blick könnte man denken, dass diese Kriege nur auf die mobilen Giganten begrenzt sind, doch diese Kriege  betreffen auch kleinere Entwicklungshäuser. Es gibt sogar Firmen die bestimmte Patente aufkaufen, um diejenigen, die diese verletzen zu verfolgen. Diese nicht praktizierenden Personen (NPE) oder "Patent-Trolle" verdienen ihren Lebensunterhalt aus den, mit dem Patent verbundenen, Rechtsstreitigkeiten und kleine Entwicklungshäuser auf der ganzen Welt sehen sich täglich mit sehr vielen juristischen Dokumenten konfrontiert.

Aber welche Auswirkungen haben all diese Rechtsstreitigkeiten auf den Markt? Haben die Entwickler zu viel Angst, um neue und innovative Anwendungen zu entwickeln? Ist das Patent, das zum Schutz da ist, in Wirklichkeit eine Behinderung? Patente wurden ursprünglich entwickelt, um Kreativität zu schützen und sicherzustellen, dass jene, die in neue und innovative Designs investieren, auch die Belohnung dafür kassieren können. Dies gibt Unternehmen die Möglichkeit Investitionen rechtssicher für R&D zu machen. Die NPE´s im Markt haben dies alles verändert. Nun wird einfach geschaut, dass man den größten Gewinn aus den gekauften Patenten herausholt.

Das größte Problem rund um Patente ist offenbar, die unglaubliche Menge des damit verbundenen juristischen Jargons und die weitreichende Natur einiger Patente, die in der Vergangenheit vergeben wurden. Diese wiederum führen zu Verwirrung auf dem Markt und zu den ständigen rechtlichen Kämpfen, die wir erlebt haben. Allerdings sollten wir nicht den ursprünglichen Zweck des Patentsystems vergessen. Alle diese Klagen beweisen lediglich, wie wichtig und wertvoll wirklich innovatives Design sein kann. Einfach ausgedrückt: Wenn die großen Jungs über jedes Detail eines Patents zu kämpfen bereit sind, beweist dies einfach seinen Wert. Ich würde behaupten, dass Patente Kreativität nicht ersticken, dass sie tatsächlich diejenigen schützen, die innovativ sind. Entwicklungshäuser sollten also nicht mit Innovationen aufhören und sondern die Früchte dieser ernten.

Sind Sie in der Software-Entwicklung und denken an eine Entwicklung im Bereich „Enterprise Mobility“? 
Dann sollten Sie darüber nachdenken sollten, ob es die ganze Mühe wirklich wert ist, diese nativ für jede Plattform zu entwickeln. 
Alle Presseberichte rund um Themen wie Patentkriege, machen meiner Meinung nach deutlich, wie komplex und potentiell gefährlich solche Entscheidungen sein können. Hinzu kommen die Belastungen, um mit dem Tempo der Betriebssystemsinnovation mitzuhalten. Außerdem ist es ein wahres Glücksspiel auf den Erfolg einer Plattform im Gegensatz zu einer anderen zu setzen. Die Wahl dieses Weges erscheint mir sehr risikoreich. Für mich schreien all diese Fragen nach der offensichtlichen Lösung, einer mobilen Applikationsplattform, welche geräteunabhängig ist. Schreiben Sie Ihre Applikation nur einmal und stellen Sie diese dann für jedes Gerät zur Verfügung.

Jetzt und in Zukunft!

Lassen wir den Rechtsstreit den großen Jungs und kümmern wir uns wieder um das Entwicklungsgeschäft
.
Es wäre toll, von jedem Entwickler da draußen zu hören, wie Rechtsstreitigkeiten ihr Unternehmen beeinflussen?












David Akka ist der regionale Geschäftsführer bei Magic Software für das Vereinigte Königreich, Irland und die nordischen Regionen. Aus einem technischen Hintergrund kommend ist David in der IT seit 1989 tätig und wurde 2006 RegionalManager. Spezialisiert auf Enterprise Mobility , Cloud Computing und Integration ist er ein sehr produktiver Blogger und schreibt Gastbeiträge für viele Publikationen undandere Blogger.