Der Magic Software Germany Blog

Montag, 7. November 2011

Drei Indikatoren warum wir auf dem Weg in eine Technologieblase sind!

von David Akka

Das Thema Technologieblasen stellt sich ja immer wieder - steht man vor einer, befindet man sich bereits in einer - und dementsprechend auch die Auswirkungen - kommt eine Korrektur, oder hat es diese bereits gegeben. Wir möchten Ihnen in diesem Post unsere Gedanken dazu teilen - Insbesondere, was die unserer Ansicht nach drei wichtigsten Indikatoren dafür sind, ob wir vor einer Technologieblase stehen oder uns bereits in einer befinden.


1. Der Mangel an einem einzigen, dominierenden Paradigma


Was meinen wir damit? Für viele, viele Jahre war Microsoft die Technologie für die überwiegende Mehrheit von Organisationen - und um ehrlich zu sein ihre Konkurrenten galten lediglich als Spezialisten oder Nischenanbieter. Seit 2 Jahren zeichnet sich nun aber eine neue Entwicklung ab, die Entstehung von zwei neuen Konkurrenten:  Apple und Google. Und hier beginnt nun die Verwirrung, da die Menschen mehr als ein Paradigma lernen (müssen), ohne zu wissen welches sich erfüllen wird. Beide bieten natürlich neue Möglichkeiten um zusammenzuarbeiten, mit dem Hauptunterschied, dass Apple einen Zentralhub, iTunes, verwendet.  Natürlich ist Microsoft nicht bereit seine Niederlage zu akzeptieren und so werden  Neuerungen rund um die Live-Angebote gelauncht und dazu Skype übernommen. Dies alles hat uns in die Situation gebracht, dass wir 3 konkurrierende Paradigmen haben . Das war vor  4 oder 5 Jahren undenkbar, da jeder einfach Excel oder Word verwendet hat und vielleicht Hotmail oder Gmail, um persönliche Mails zu senden, aber niemand hätte Key Note für PowerPoint genutzt und Open Office nicht für Tabellenkalkulationen.



Dabei ist jeder ist dem Bruch eines Paradigmas in der grundlegenden Software ausgesetzt - Software die täglich genutzt wird, wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, Messaging, E-Mail und so weiter.
Mit Apple und Google können die Nutzer ein Paradigma für ein Medium und ein anderes für ein anderes wählen, so wie Apple mit seinem Handy und Google mit seinem Tablet. Deshalb sehen wir mehrere vorherrschende Paradigmen am Markt, zwischen denen man einfach hin und her wechseln kann. Es gibt nicht länger mehr nur einen Weg Dinge zu tun.
Diese Verwirrung im Markt erinnert mich an die Verwirrung, die rund um E-Commerce-Standards während der dot com Blase existierte und ist der erste Schlüsselindikator für eine technischen Blase. Keiner weiß wohin der Markt sich entwickeln wird und was in den nächsten 2 Jahren passieren wird


2. Verwirrung des Marktes


Regelmäßige Leser werden wissen, dass wir an einer  Menge von Veranstaltungen teilnehmen und mit vielen CTO und CIOs sprechen, und zur gleichen Zeit die Herangehensweise vieler Hersteller vergleichen können.
Wie ein roter Faden zieht sich jedoch durch alle Veranstaltungen, dass scheinbar jedes Technologieunternehmen die Worte „cloud“ oder „mobile“  als Verkaufswerkzeug nutzte. Dies wiederum schafft Markt-Hype und Verwirrung. Es gibt zweifellos eine Verschiebung von on-premise zu off-premise via Cloud und Mobile. Wenn ich ein Unternehmen sehe, das Hosting anbietet und dem Endbenutzer Technologien via Terminalserver zu Verfügung stellt, sich selbst als Cloud Unternehmen sieht und die Menschen dies glauben, sagt mir das, dass es einen Hype am Markt für Terminalserver gibt, welche das genaue Gegenteil von Cloud-Technologien sind. Im Bereich „mobile“ sehe ich Unternehmen mit der Fähigkeit, in HTML zu arbeiten, die behaupten sie seien eine Multiplattform, was einfach nicht wahr ist. Die Menschen handeln mit Semantik und springen auf den Mobile-Zug mit auf, obwohl sie z.B. weder Smartphone Kameras noch GPS unterstützen. Das macht es wiederum Unternehmen schwer, die auf lange Sicht richtigen Entscheidungen zu treffen. Somit ist die perfekte Entwicklungsumgebung für eine Blase gegeben.



3. Finanzielle Indikatoren

Startups - Für uns ist dies der Schlüssel-Indikator, dass wir in eine Technologieblase eingetaucht sind. Schauen wir uns an, wie viel Geld  im Moment in IPOs und Investitionen gesteckt wird: viele Kapitalgeber investieren in oft sehr kleine Unternehmen investieren, fast unabhängig davon, was deren Produkte sind. Bereits im September hat Intels Capital Managing Director für Asien und den Pazifik Suresh Kumar Kuppam bemerkt: "Bewertungen von lokalen Technologie-Start-ups haben wegen zu viel Kapital zum Start und danach zu wenig Qualität ein „Blasenlevel“ erreicht ".

Kampf um Patente - Viele Unternehmen kaufen wie wild Patente auf. Die FT  ist so weit gegangen dies die "Große Patent Blase des Jahres 2011" zu taufen. „Value aus Patentportfolios zu extrahieren ist zunächst viel Lärm um nichts, bei dem der Einsatz sehr schnell gestiegen ist". Das mag auch ein Motiv hinter dem Kauf von Motorola durch Google gewesen sein.

Der Ausstiegsmarkt –  Natürlich steigen immer wieder Investoren aus, das ist der Lauf der Dinge, aber man muss eben auch beobachten, wo die großen Spieler investieren und wovon sie sich trennen. 
Wenn wir aktuell auf den Markt schauen, so sehen wir einen großen Investitionsschub in jedes Unternehmen, welches sich  „mobile“ oder „cloud“ auf die Fahne geschrieben hat. Die New York Times hat vor kurzem behauptet, die Menschen "investieren als wäre es 1999".

Dies alles führt mich zu dem Schluss, dass dieses Modell nicht nachhaltig ist und dass wir damit auf dem Weg zu einer Blase sind.

Warum ist dies wichtig? Wenn Sie momentan nach einem Cloud- oder Mobile Anbieter suchen, der marktführend ist und Sie zugleich die Fallstricke der geplatzten dot.com Blase vermeiden wollen, dann müssen wir zurück zu den Grundlagen. 
Damit meinen wir, schauen Sie auf die Schlüsselindikatoren - haben die Anbieter eine globale Abdeckung, wielange sind sie bereits auf dem Markt, wo stehen die Unternehmen mit ihren Produkten und was ist der Fahrplan in die Zukunft - sowie deren Technologieverständnis.
Handeln Sie so, als wären Sie der Investor der investieren möchte. 
Deshalb raten wir Ihnen auch hier dieselbe Art der Analyse anzuwenden: wie solide ist das Unternehmen, wie ist das Umsatz/Schulden-Verhältnis, wie ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis.  
Bewerten Sie ein Unternehmen nicht basierend auf Prognosen oder Versprechungen - wie wir wissen ist dies nicht besonders stichhaltig. 
Werten Sie die Dinge aus einer greifbaren Sicht heraus. Lassen Sie sich eine handfeste Demo zeigen.
Wir alle würden gerne von der Blase profitieren, aber Sie müssen sicherstellen, dass Sie sich nicht im Strudel  verlieren.



David Akka is the Regional Managing Director at Magic Software for the UK, Ireland and Nordic regions. Coming from a technical background David has worked in IT since 1989 and has been Regional manager since 2006. Specialising in Enterprise mobility, Cloud Computing and Integration David is a prolific blogger and writes guest articles for many publications and fellow bloggers.